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Lilian Schallenberg, Mang Medical One Hamburg, minus 8 Kilo (2 Monate nach der Implantation) - 1. Teil
30.07.2010
Ende Mai bekam ich meinen Magenballon. Mein Anfangsgewicht lag bei 115,4 kg. Mein Beratungsgespräch führte ich eine Woche vorher mit Herrn Dr. Uyak. Ich musste nüchtern sein und hatte drei Tage vor der Implantation viel Flüssigkeit zu mir genommen. Mein Magen war also leer.
Endlich ging es los: Ich bekam die typische Krankenhauskleidung an und es ging in den OP-Raum. Dort wurde ich von Herrn Dr. Galle, dem Anästhesisten, in Empfang genommen. Dr. Volker Galle sprach einige Worte zu mir und dann war ich auch schon eingeschlafen. Nach dem Aufwachen ging es mir eigentlich ganz gut, ich hatte nur ein Völlegefühl im Magen, als ob ich zu viel gegessen hätte. Ich blieb ca. 2 Stunden in der Klinik und durfte dann nach Hause. Meine Schwester holte mich von der Klinik ab. Auf dem Weg merkte ich schon, dass mir übel wurde. Aber übergeben musste ich mich noch nicht. Zu Hause angekommen ging es dann los: Magenkrämpfe und ganz schlimmes Sodbrennen waren erst der Anfang. Mein Magen rebellierte regelrecht. Ich nahm die mir verschriebenen Medikamente ein, aber es ging mir nicht wirklich besser. Die Nacht war sehr schlimm, denn sobald ich lag, wurde mir übel und ich übergab mich. Also schlief ich kaum. Die nächsten Tage nahm ich nur Flüssigkeit in Form von Wasser oder lauwarmen Kamillentee ein. Der Tee half mir sehr, denn er beruhigte meinen Magen etwas. Am Mittwoch ging es mir soweit wieder sehr gut und ich nahm in der ersten Woche 4,8 kg ab. Das Gewicht ging natürlich in der zweiten Woche etwas hoch, da ich ja wieder etwas essen konnte.
Große Mengen an Essen kann ich mit dem Magenballon jedoch nicht mehr essen, was natürlich super ist. Auch reagiere ich auf einige Nahrungsmittel nicht mehr gut, da mein Magen lange braucht, um sie zu verdauen und mir dann übel wird. Frau Tepe, meine Ernährungsberaterin, hatte mir auch tolle Rezepte zugeschickt, die ich auch schon ausprobiert habe und Kerstin, meine Personal Trainerin, ist sehr hartnäckig und hat mit mir schon einige Runden mehr gedreht. Ich habe zwischendurch Sodbrennen, was ich aber mittlerweile sehr gut im Griff habe. Pantozol ist immer in meiner Handtasche zu finden, denn dieses Medikament nehme ich weiterhin ein. Letzte Woche habe ich mich nicht gewogen, da ich in der Türkei auf der Hochzeit meiner Schwester war (türkisches Essen, es war einfach klasse), aber ich habe in 8 Wochen insgesamt 8 kg abgenommen. Bis vorletzte Woche wog ich 107,9 kg. Diese Woche muss ich mich noch wiegen, mittlerweile freue ich mich darauf. Für mich ist der Magenballon klasse, weil ich gelernt habe, langsam und nicht mehr zu später Stunde zu essen, denn ansonsten werde ich gleich dafür von meinem kleinen „Aufpasser“ bestraft: Übelkeit und Magenkrämpfe folgen sofort.
Ich bin sehr zuversichtlich und glaube fest an mich, dass ich es schaffen werde, noch über 20 kg zu verlieren.
Lilian Schallenberg, Mang Medical One Hamburg, minus 10 Kilo (3 Monate nach der Implantation) - 2. Teil
03.09.2010
Heute kommt nun ein weiterer Bericht von mir. Ich habe meinen Magenballon nun seit 3 Monaten und bereits 10 kg abgenommen. Das mag für manche nicht viel sein, aber für mich ist es sehr gut. Ich möchte nämlich langsam und langfristig abnehmen. Auch Dr. Uyak ist sehr zufrieden mit meiner Abnahme. Crashdiäten wie in der Vergangenheit, bei denen ich in einem Monat 8 kg abgenommen hatte, aber das Doppelte wieder zugenommen hatte, möchte ich einfach nicht mehr erleben. Solche Diäten waren und sind nicht gesund für meinen Körper.
Ich bin auch schon mit Magenballon geflogen. Ich hatte wirklich geglaubt, dass ich ihn doch spüren würde während des Fluges, aber dies war nicht der Fall. Es war sehr angenehm und für einen kurzen Moment hatte ich meinen kleinen Begleiter sogar vergessen. Sport ist nun auch Teil meines Alltags geworden: Drei- bis viermal in der Woche gehe ich ins Fitness-Studio, welches sich bei mir um die Ecke befindet. Dort mache ich als Erstes immer Ausdauersport, z. B. Fahrrad fahren oder Crosstrainer. danach mache ich Übungen, die im Körper Muskeln aufbauen. Kerstin, meine Personal Trainerin, hatte mir diesbezüglich tolle Tipps gegeben, die ich jetzt schon alleine in meinem Fitness-Studio umsetze. Vor dem Magenballon war Sport nicht wirklich meine Stärke. Aber nach den Stunden mit meiner Personal Trainerin macht mir Sport wirklich Spaß. Sie hat mir gezeigt, wie man die Zeit im Sportstudio richtig nutzen kann. Alle Geräte hat sie mir einzeln erklärt und jetzt weiß ich, wie ich meine Oberarme straffen kann und wie ich eine bessere Kondition bekomme, ohne gleich außer Atem zu sein. Denn sogar Treppensteigen war irgendwann zu einer Qual für mich geworden.
Auch meine Ernährung habe ich umgestellt bekommen. Ich hatte nämlich immer Magenkrämpfe, wenn ich eine Zeitlang nur Rohkost gegessen hatte. Auch kam hinzu, dass ich ein ganz ekliges Aufstoßen hatte. Mittlerweile habe ich dieses kleine unangenehme Problem in den Griff bekommen. Morgens esse ich Kohlenhydrate und mittags und abends esse ich leichte Kost und viel Eiweißprodukte. Ich merke, dass meine Haut sich wegen meiner Ernährungsumstellung und wegen dem Sport auch gut zurück bildet. Ich bin guter Dinge, dass ich für die Zukunft meine Gewichtsprobleme mit Hilfe des Magenballons in den Griff bekommen werde kann ihn wirklich jedem nur empfehlen. Für mich kam nie eine Operation in Frage und der Magenballon war und ist für mich damit die perfekte Lösung für mein Problem.
Christel Mager, Mang Medical One Stuttgart, minus 13 Kilo (3 Monate nach der Implantation)
15.05.2010
Schon seit früher Kindheit leide ich an Übergewicht und hatte schon eine Kur und mehrere Diäten hinter mir. Nach meinem 30. Geburtstag war mein Leidensweg so groß, dass ich mich auf die Suche nach einer dauerhaften Lösung begab. Ich hatte begriffen, dass ich kein Sättigungsgefühl mehr hatte und ständig aus Frust aß. Auch Sport war nicht Bestandteil meines Alltags. So fand ich die Mang Medical Klinik und die Option des Magenballons und nach einem ausführlichen Beratungsgespräch wurde dieser am 11. Februar 2010 in Stuttgart implantiert. Gott, war ich aufgeregt, aber vom Einsetzen hat man gar nichts gespürt. Kurz vor der Heimfahrt musste ich mich das 1. Mal übergeben (war bekannt). In der ersten Woche konnte ich nur Wasser in mir behalten, hatte Magenkrämpfe und allgemeine Schwäche. Durch Hilfe des kompetenten Beratungsteams konnte ich nach gut 2 Monaten ganz normal meinen persönlichen Alltag bewältigen. Jetzt nach gut 3 Monaten merke ich den Magenballon gar nicht mehr: Ich esse 3 Mahlzeiten am Tag - und zwar das, was mir zusagt, und habe gelernt, auf meinen Körper zu hören, was ihm guttut und was nicht. Außerdem habe ich mich im Fitnesstudio angemeldet und habe Freude an der Bewegung - gestartet hatte ich mit Schwimmen. Kurze Strecken fahre ich nun regelmäßig mit meinen Kindern mit dem Fahrrad. Der Erfog gibt mir recht: 13 kg weniger und 1 Kleidergröße kleiner, vielleicht schaffe ich bis August noch meine 20 kg-Marke. Bis zum nächsten Mal - nur Mut!
Lisa Metzler, Mang Medical One Dortmund, minus 28 Kilo (6 Monate nach der Implantation)
20.02.2010
Am 28.08.2009 habe ich meinen Magenballon gesetzt bekommen. Mein Anfangsgewicht betrug 98kg. Nach der Implantation ging es mir einige Stunden sehr gut. Über Nacht habe ich aber starke Magenschmerzen und Übelkeit verspürt. Die kommende Woche bestand aus starken Erbrechen und Magenschmerzen. Nach einer guten Woche hat der Körper sich aber daran gewöhnt und ich konnte feste Nahrung zu mir nehmen. Ich habe mich schon stark daran gehalten, die Hälfte zu essen. Der Ballon sagt nicht während des Essens Bescheid, er meldete sich einige Stunden danach, wenn ich zu viel gegessen habe. Dann musste ich mich regelmäßig, meistens vormittags, übergeben. In den ersten Wochen habe ich sehr viel abgenommen. In den ersten drei Monaten habe ich 12 kg abgenommen. Von Monat zu Monat nahm ich weiter zwischen 3-5 kg ab. Zurzeit liege ich nach meiner Waage bei 70 kg und fühle mich viel wohler und besser. Mittlerweile ist es für mich selbstverständlich, langsam und wenig zu essen. Der Magenballon hat mir im letzten halben Jahr eine Menge gebracht. Seit ich durch den Magenballon so viel abgenommen habe, fühle ich mich stärker und selbstbewusster den je.
Anja Müller, Mang Medical One Berlin, minus 12 Kilo (6 Monate nach der Implantation)
16.10.2009
Im April 2009 wurde mir mit einem Startgewicht von 97 Kilo der Magenballon eingesetzt. Ich gehörte zu denjenigen, die in den ersten drei Tagen mit viel Erbrechen, Übelkeit und einer Übersäuerung des Magens zu kämpfen hatten. Es gibt aber magensaftenteisende Tabletten, die das Ganze entschärfen. Mein monatliches Gewichtsabnahmeziel habe ich nicht erreichen können, was aber nicht so schlimm ist, da es mir vor allem darum ging, meine Ernährung umzustellen, um wieder maßvoll und bewusst zu essen. Und das habe ich geschafft! Ich esse deutlich weniger, bin schneller satt und mir ist nun sogar teilweise schlecht, wenn ich zuviel zu mir nehme. Gesunde Ernährung war mir auch vor der Magenballon-Behandlung schon wichtig, ist jedoch nach der Implantation noch wichtiger geworden, da sich bei mir speziell die Verträglichkeit von Obstsäuren verbessert hat und ich somit mehr Obst genascht habe als vielleicht Schokolade. Zusätzlich habe ich einmal pro Woche Aquafitness betrieben und in der ersten Zeit habe ich mir eine Personal Trainerin gegönnt, mit der sich der innere „Schweinehund“ besser überwinden lässt, weil man einen „Antreiber“ hat, der die Lust an der Bewegung wieder bewusst macht. Das Gefühl "Mir fehlt die Bewegung" ist bei dem richtigen Trainer von selbst entstanden und musste nicht jedes Mal „vorgebetet“ werden. Natürlich muss sich, wer viel arbeitet, dazu zwingen, regelmäßig Sport zu machen. Daher lautet meine Empfehlung: Kurse belegen, die man selber finanzieren muss. Vorher war mir Sport zwar auch schon wichtig, aber ich immer Ausreden genutzt.
Insgesamt gesehen sollte man seine Ziele zwar hoch stecken, aber nicht enttäuscht sein, wenn man doch weniger abnimmt, als man sich vorgenommen oder erwartet hat und vor allem dann nicht wieder in den „alten“ Trott verfallen. Wichtig ist, dass der Partner oder die Familie diese Entscheidung mit unterstützen und die Person dazu anhalten, auch nach der Entnahme des Magenballons weiter zu machen.
Wichtig: Man tut es für sich selber und nicht, um anderen zu gefallen! Man sollte sich nicht um Modeerscheinungen kümmern, sondern sich immer wieder ins Bewusstsein rufen: Ich tue es für mich und mein Wohlbefinden und meine Gesundheit! Es ist doch toll, wenn man 1-2 Konfektionsgrößen weniger hat, jedoch sollte man nicht enttäuscht sein, wenn man nicht 20 kg abnimmt, sondern „nur“ 10-12 kg.
Die Einsetzung des Magenballons ist sicher eine Entscheidung, die gegenüber einer Magenverkleinerung mit dem Magenband eine echte Alternative und eine effektive Maßnahme zur Gewichtsreduzierung ist, auch wenn sie nur vorübergehend ist. Wichtig ist, dass man eine gute medizinische und sportliche Begleitung/Beratung hat und die Ratschläge und Hinweise für sich persönlich annimmt sowie im Vorfeld mit dem beratenden Arzt ehrlich und selbstkritisch umgeht und auch während der Behandlung offen ist. Nur so erzielt man auch den Erfolge.
Rosi Elbbusch, Mang Medical One Stuttgart, minus 11 Kilo (drei Monate nach der Implantation)
02.09.2009
Nun sind drei Monate vorbei, seitdem ich mir den Magen Ballon einsetzen ließ. In den ersten Tagen ging es mir nicht so gut, mir war übel und ich musste mich übergeben, hatte einen Druck im Magen - das war aber nur an einen Tag. Wenn man jeden Morgen eine Nexium einnimmt, hat man kein Sodbrennen. Ganz wichtig ist, dass man sich an die Anweisung des Personal Trainer hält. Ohne ihn ist der Erfolg meiner Meinung nach nicht so groß, denn er gibt einem Tipps zur Umstellung der Ernährung. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Fehler man bei der Ernährung machen kann. Ich habe in drei Monaten 11 Kilo abgenommen ohne Sport zu machen, da ich aus gesundheitlichen Gründen keinen Sport machen kann. Ich habe MS und habe nach zwei Monaten einen starken Schub bekommen und musste Cortison nehmen. Dadurch habe ich 10 Kilo wieder zugenommen, aber nach der Behandlung - etwa 8 Tage danach - hatte ich wieder mein Gewicht. Durch den Wochenplan vom Personal Trainer ist es einfach, die Ernährung umzustellen, obwohl ich sagen muss, dass man die Menge gar nicht essen kann mit den Magenballon. Ich persönlich kann den Magenballon nur empfehlen. Auch die Betreuung ist sehr gut. Mein Mann ist sehr kritisch gewesen. Er wollte zuerst nicht, dass ich mir einen Ballon legen lasse, aber als er merkte, wie man betreut wird und welche Hilfe man bekommt, da war er voll begeistert.
Elisabeth Staidl, Mang Medical One München, minus 11 Kilo (drei Monate nach der Implantation)
30.11.2009
Die Entscheidung für den Magenballon traf ich innerhalb von 2 Tagen nach meinem Beratungstermin. Eine Woche später, es war der 25.08.09, war es soweit. Mein Startgewicht betrug 95 kg bei einer Größe von 1,78 m. Mein Mann begleitete mich zur Implantation, die in München statt fand. Ich gehöre leider zu den Menschen, die am Anfang die eventl. aufkommenden Probleme voll mitgemacht haben. Ich habe schon in der Praxis angefangen zu erbrechen und hab das dann auch die ganze Woche ohne Unterbrechung mitgemacht, aber ich hab mich ja selber in die Situation gebracht und wusste für was...Jetzt ist es Ende November und mein Gewicht liegt bei 84 kg. Da mir gesunde Ernährung nicht unbekannt ist, musste ich mich nicht sehr umstellen. Da ich 2 Pferde habe, fehlt es mir auch nicht an Bewegung. Meine Umstellung war die Menge, außerdem diktiert mir automatisch mein Körper, was geht und was nicht, z.B. fettes Essen, abends Salat und rohes Gemüse, Weisswein, Sekt – geht nicht – mir wird schlecht. Gut tun mir Naturjogurt, Milchprodukte ...Der Mageballon erzieht mich, ich muss nur auf ihn hören. Mittlerweile hat sich auch mein Kopf umgestellt, ich nehme kleinere Portionen, kann auch mal was stehen lassen und „Nein“ sagen. Manchmal geht mir die Abnahme zu langsam, aber das ist halt eine Geduldsfrage, es soll ja auch gesund bleiben.
Auf alle Fälle fühle ich mich sehr wohl und da mittlerweile meine Klamotten nicht mehr passen, muss ich viel Shopping machen. Voll Toll!!!! Ich würde es wieder machen!
Paul Wassermann, Mang Medical One München, minus 7 Kilo (vier Wochen nach der Implantation) - 1. Teil
01.11.2009
Genau einen Monat ist es her, seit mein Körper einen befristeten Untermieter aufgenommen hat – einen Magenballon. Wie bei anderen Mietverhältnissen und Wohnungsumzügen musste sich dieser neue Bewohner erst auf sein neues Umfeld einstellen. Er fremdelte sozusagen. Aber dazu komme ich gleich. Ich bin 42 Jahre, wog zum Zeitpunkt der Implantation 120 Kilo auf zum Glück gut verteilte 1,94 Meter. Trotzdem nervt es irgendwann, wenn man in steter Regelmäßigkeit hört, dass „Du ja schon ein bisserl zugelegt hast, oder?“. Denn Eitelkeit ist keineswegs ein Privileg der Frauen. Und, auch wenn wir Männer manchmal vielleicht etwas entspannter mit unserem Äußeren umgehen, es bleibt das Gedächtnis an frühere Zeiten. Ich war noch dazu mal Leistungssportler (glaubt mir heute kein Schwein mehr), der auch gerne mal das Angeber-Sixpack auspackte. Das war allerdings zu einer Zeit, als wir noch zwei deutsche Staatsformen hatten…
Im Ernst, mein behandelnder Arzt Dr. Klüppelberg vermittelt wirklich einen sehr vertrauenserweckenden Eindruck und für vier Stunden nach der Implantation war ich voll der Hoffnung, dass der Krug des prognostizierten Erbrechens an mir vielleicht doch vorüberziehen könnte. Aber dann. Bis zum Samstag Abend kotzte ich insgesamt 18 mal. Ich musste mich wirklich wundern, woher sich mein Magen die Flüssigkeit dafür überhaupt noch herholte. So muss sich ein kalter Entzug anfühlen für Heroinjunkies. Ich habe natürlich Glück, dass sich meine hochschwangere Freundin meiner so süß annahm (kochen musste sie ja nichts, haha).
Am Sonntag war ich bereits so schwach, dass ich kaum noch aufstehen und laufen konnte. Im Nachhinein bin ich dafür gerügt worden, dass ich meinen Arzt nicht angerufen habe, der mir ansonsten sofort eine Infusion verpasst hätte. Ich war allerdings auf ein paar üble Tage eingestellt und dann nimmt man´s vielleicht auch gelassener. Dazu gab´s immer wieder fette Magenkrämpfe und irgendwie fängt man ab einen gewissen Zeitpunkt an, die Sekunden zu zählen bis es einen wieder schlecht wird. Die ganze Zeit hatte ich dabei das Bild des Wolfs vor Augen, dem die sieben Geißlein Wackersteine in den Magen setzen (ging das Märchen überhaupt so?). Bereits am vierten Tag ging´s dann aber doch steil bergauf.
Rein statistisch schlagen die ersten drei Tage natürlich enorm positiv zu Buche, auch wenn diese ersten fünf Kilo Gewichtsverlust natürlich vornehmlich aus Wasser bestehen.
Tatsächlich ging es mir im Verlaufe der ersten Woche nach der Implantation schnell wieder gut, oder sogar besser: schon am Freitag wagte ich mich zum Joggen hinaus. Nur locker und leicht, aber dennoch ohne irgendwelche Beschwerden. Zur Freude meines Hundes, auch wenn mein Joggingtempo für ihn eher lächerlich scheinen mag. Der, oder besser sie, ein Weibchen, fetzt in derselben Zeit mehrfach hin und her, schnüffelt gelassen an wirklich jedem Baum, zwischendurch sitzt sie einfach da und genießt mit geschlossenen Augen die Herbstluft. Dass sie nicht zeitgleich ihre Memoiren schreibt und ins Altgriechische übersetzt, würde noch fehlen. Aber die Zeit arbeitet für mich, warte nur!
Einen Tipp meiner Ernährungsberaterin habe ich bis heute streng beherzigt: Keine Zwischenmahlzeiten, auch keine Früchte, Obst oder Ähnliches. Das hält den Insulinspiegel oben und hemmt somit die Fettverbrennung. Ich habe einen sehr arbeitsintensiven Beruf und nur zu gerne belohne ich mich zwischendurch mit praktisch allem in Greifweite, oder sollte ich sagen „belohnte“? Bis wir bestimmte Verhaltensweisen adaptieren, dauert es. Ich hoffe sehr, dass ich mich weiter zusammenreiße. Es fällt mir mittlerweile aber immerhin schon leichter.
Bis heute habe ich sieben Kilo verloren und die bestehen mit Sicherheit nicht mehr nur aus Wasser. Es ist fast schon gruselig schön zu sehen, wie einem plötzlich bestimmte Jeans wieder passen und, ich bilde mir das nicht ein, die gesamte Leistungsfähigkeit merklich zunimmt. Und, glaubt mir, ich arbeite viel, sehr viel.
Fazit des ersten Monats: Die ersten Tage waren unangenehm, seitdem steigt die Leistungs- und fällt die Gewichtskurve. Das Beste zum Schluss: Andere nehmen sich traditionell zum Jahreswechsel das eine oder andere Ziel vor. Am 1.Januar 2010 habe ich mit meinen Vorsätzen schon längst begonnen. Meinem Untermieter sei Dank.
Paul Wassermann, Mang Medical One München, minus 10 Kilo (10 Wochen nach der Implantation) - 2. Teil
15.12.2009
Der Dezember ist traditionell nicht gerade als Fastenmonat bekannt. Die Gründe hierfür kann jeder riechen, der sich auch nur in der Nähe eines Christkindlmarktes aufhält.
Auch ich war im Dezember nicht ein Vorzeigebeispiel für eiserne Disziplin. Ich steh auf Süßes, und das Angebot der letzten Wochen war reichlich. Dazu zahlreiche Weihnachtsfeiern und -partys, ganz zu schweigen von den Feiertagen selbst bei meinen Eltern. Gänsebraten, Fondue mit allen erdenklichen Saucen, Schweinebraten. Alles Gedenktage für den Gott der Kalorien. Aber jetzt kommt´s: Trotz allem habe ich nochmal drei Kilo im Dezember abgenommen! Ich stehe bei 107 kg. Gegengecheckt an zwei weiteren Waagen. Das ist fast schon erschreckend. Insgesamt habe ich bestimmt im Ganzen weniger gegessen, aber immer noch zwei Teller mit Knödeln und Sauce satt, wenn´s einfach zu gut geschmeckt hat.
Ich habe mir fest vorgenommen, hier keine unnötigen Lobhudeleien zu verfassen. Aber von diesem Ergebnis bin ich mehr als erstaunt. Ich war mir sicher, dass die Strafe auf der Waage folgen musste – doch sie blieb aus. Ich halte mich noch sehr zurück, gegenüber Freunden und Bekannten von meinem kleinen Magenballon-Geheimnis zu erzählen (Es sei denn, ich werde direkt gefragt, ob ich irgendetwas unternommen habe), aber das wachsende Feedback ist jetzt schon erstaunlich.
Nicht auszudenken, wenn ich auch in diesem Monat mich strenger an meine Ernährungstipps gehalten hätte…
Es ist keine Einbildung. Ich bin nach so kurzer Zeit bereist deutlich fitter. Es gab aber für mich auch noch ein weiteres, weitaus bedeutenderes Ereignis im vergangenen Monat. Ich bin zum ersten Mal Papa einer unfassbar süßen kleinen Prinzessin geworden. Wie wahrscheinlich jeder andere auch, stelle ich mir die Zukunft mit meiner kleinen Tochter vor. Werde ich sie gut aufziehen und auch erziehen? Sie soll später mal ein paar gute Werte gelernt haben und – vor allem – ein mit sich selbst zufriedener und glücklicher Mensch werden. Das muss man zweifelsfrei vorleben. Und da ich später mit meiner Kleinen auch mal Tennis spielen möchte, bleibt mir gar nichts anderes übrig, den eingeschlagenen Weg weiter zu folgen. Eine ganz tolle zusätzliche Motivation. Ich freue mich also sehr auf die nächsten Monate, dann mit dem tollsten Wunder, dass es nur geben kann, aber ganz sicher ohne Christkindlmarkt und seinen Gerüchen.
Paul Wassermann, Mang Medical One München, minus 16 Kilo (nach der Implantation) - 3. Teil
01.04.2010
Das Finale
Er ist raus! Yes! Ehrlich gesagt hatte ich den Ballon schon komplett vergessen, hätte man mich nicht an die Explantation (so heißt das) erinnert.
Diese war letztlich wirklich keine große Sache – bis auf die Tatsache, dass ich drei Tage nur flüssige Nahrung zu mir nehmen durfte. Das war in der Tat eine Erfahrung, erinnerte ein bisschen an Heilfasten.
Die Frage aller Fragen: was hat´s gebracht?
1. 16 (in Worten sechzehn) Kilo habe ich abgenommen. Nehmen Sie mal sechzehn Kilo in die Hand und versuchen die locker zu heben. Sechzehn Kilo wiegt nicht mal mein Hund. Und es handelt sich um sechzehn Kilo, die kein Schwein braucht (das ist jetzt vielleicht doch ein bisschen seltsamer Vergleich).
2. Ich treibe jeden, ich wiederhole, jeden Tag Sport. In der Früh geht´s raus, und wenn ich nur eine Viertelstunde ein bisschen jogge, egal, ich habe mich bewegt. Ich muss das so machen, da der Plan mit dreimal die Woche oder so ähnlich bei mir nicht funktioniert. Es muss zu einem täglichen Ritual werden – wie Zähneputzen. Und probieren Sie´s aus. Der Effekt ist verblüffend. Schon nach ein paar Tagen fühlt man sich einfach besser. Und ohne den Magenballon hätte ich mit diesem Ritual niemals begonnen, ist so, basta.
3. Ich bin zu einem großzügigen Spender geworden. Zu einem Spender meiner ganzen Klamotten, die mir jetzt nicht mehr passen. Und Achtung! Es ist wirklich gut, die Teile zum Second Hand oder in die Altkleidersammlung zu geben. Mehr Platz im Schrank und das Gefühl, etwas konsequent durchzuziehen, sind die Belohnung.
Ich komme mir ein bisschen wie der Magenballon-Hofberichterstatter vor. Glauben Sie mir: Bin ich nicht. Es ist schon ein Schritt, sich das zu trauen. Aber niemand hat ein Messer bei mir angesetzt und niemand hat mir irgendeine Diät aufgezwungen. Der Ballon schärft das Bewusstsein, er erinnert einen, dass man etwas durchziehen möchte. Und er erzielt glasklare Ergebnisse. Ich werde mein Leben lang aufpassen müssen, nicht zu viel zu essen und davon nicht zu vieles, was einfach ungesund ist. Und leider schmeckt vieles, was definitiv nicht gerade gehaltvoll ist, wahnsinnig lecker. Ich weiß, dass ich dazu neige, im Stress irgendeinen Scheiß (verzeihen Sie die Ausdrucksweise) in mich hinein zu stopfen und ich weiß, dass ich, wenn ich mich mal langweile, vom Kühlschrank magnetisch angezogen werde. Das wird immer ein Kampf bleiben. Aber ein solcher Erfolg ändert etwas, weil es einem eine Sache klar macht: Es geht doch.

